Einblicke in eine legendäre Porträt-Sitzung bei dem Fotopionier Friedrich Hundt in Münster 1845
Annette von Droste-Hülshoff ließ sich schon 1845 in einer Porträtsitzung auf die innovative Kunst der Fotografie ein. Diese mediengeschichtliche Revolution, 1839 in Paris als „Geschenk an die Welt“ öffentlich vorgestellt, von Skeptikern als „Tod der Malerei“ bezeichnet, interessierte Annette von Droste-Hülshoff so sehr, dass sie eine umfangreiche Session mit dem Münsteraner Fotopionier Friedrich Hundt vereinbarte.
Daguerreotypie nannte man das frühe Verfahren der Fotografie nach seinem französischen Erfinder, Louis Jacques Mandé Daguerre. Er entwickelte das erste technisch generierte Abbildverfahren, das ganz ohne Pinsel oder Tusche auch Personenporträts „einfangen“ konnte – ein Unikatverfahren mit Einzelbild auf Silberplatte, entwickelt in Quecksilberdampf.
Der Bildwissenschaftler und Fotograf Stephan Sagurna, Mitarbeiter im LWL-Medienzentrum für Westfalen, spürt diesem legendären „Shooting“ nach, in dem nicht nur die einzigen Fotografien Annette von Drostes entstanden sind, sondern auch Fotogeschichte geschrieben wurde. Sein reich bebilderter Vortrag eröffnet viele spannende Perspektiven – auf die Literatin, den Lichtbildner, die Zeit des Biedermeier und der Geschichte der Fotografie.
Ort Diözesanbibliothek,
Überwasserkirchplatz 2, 48143 Münster
Eintritt frei
